Ein letzter Bereich, in dem Robotik-Automatisierung in Hubs als transformativ erwiesen ist, ist der Einsatz mobiler Robotik mit AMRs, AGVs oder einer Kombination aus beiden zum Transport von Säcken oder Containern. Da es sich um körperlich anstrengende Arbeit handelt, kann Robotik eine bessere und zugleich flexiblere Lösung bieten. Die Transportroboter können Routen innerhalb einer festgelegten Umgebung berechnen und die Säcke oder Container zur nächsten Prozessstufe befördern.
Roboter in diesen Bereichen stellen sicher, dass Bediener ihre Zeit für Aufgaben aufwenden, die zusätzliche Unterstützung erfordern, statt für körperlich belastende Routinetätigkeiten. Zudem sorgen sie für einen planbaren Materialfluss, der die Stabilität des Geschäfts unterstützt, da ein stärker kontrollierter Betriebszustand erwartet werden kann, wodurch genauere Tracking-Informationen an Kunden weitergegeben und Leerlaufzeiten durch Spitzen vermieden werden.
Bereiche, in denen sich Robotertechnologie weiterentwickelt
Während sich robotergestützte Automatisierung in den oben genannten Beispielen bewährt hat, gibt es eine Reihe weiterer Bereiche, in denen Roboter in Entwicklung sind und sehr wahrscheinlich schon bald eingesetzt werden.
Ein Beispiel sind Verbesserungen bei KI und Vision, die zu ausgefeilteren Roboterfähigkeiten bei der Erkennung von Sendungen führen. Dies hat das Potenzial, das Handling von Ausnahmen bei Sendungen mit Sondermaßen, sperrigen oder zerbrechlichen Sendungen oder anderen Besonderheiten zu verändern. Diese Sendungen können mit Barcodes gekennzeichnet werden, die beispielsweise anzeigen, dass sie besonders schonend zu behandeln sind, und der selbstlernende Aspekt des Roboters wird dabei helfen, dies umzusetzen.
Eine weitere Roboterlösung in Entwicklung betrifft das Befüllen und Untersortieren in zentrale Positionen, bei dem Bediener in einem Sortiersystem zu allen Zielen laufen müssen, um Säcke manuell zu wechseln – das können bis zu 500 Ziele sein. Obwohl es sich um eine einfache Routinetätigkeit handelt, erfordert sie derzeit einen erheblichen Personaleinsatz. Mobile Roboter könnten die Sendungen in Boxen sortieren, die dann von einem AGV oder AMR zu dedizierten Versand-Sammelbereichen transportiert werden, sodass Wegezeiten entfallen.
Robotergestützte Automatisierung ist nicht überall eine Lösung
Trotz der Vorteile kann robotergestützte Automatisierung nicht überall funktionieren. Eine wesentliche Schwierigkeit in der CEP-Branche ist das Handling von Ausnahmen – also Sendungen, die keine konventionelle Größe haben und groß, sperrig oder zerbrechlich sein können. Oft lassen sich diese Sendungen nicht einfach automatisiert verarbeiten, da sie außerhalb der Standardnormen liegen, auf die ein Roboter programmiert ist.
Das gilt auch für beschädigte Sendungen oder Sendungen mit unklaren Etiketten. Obwohl sich die Vision-Technologie (OCR) inzwischen so weit entwickelt hat, dass sie in den meisten Fällen Versand-/Sendungsetiketten lesen kann, gibt es weiterhin Fälle, in denen menschliche Arbeit erforderlich ist, um zu verstehen, was passiert, damit die Sendung entsprechend weitergeleitet werden kann.
Bei Robotern, die viel Bewegungsspielraum benötigen – wie AMRs und AGVs – ist der begrenzende Faktor der verfügbare Platz. Viele Depots oder Hubs sind in der Fläche, auf die sie zugreifen können, eingeschränkt und können ihre Gebäude nicht erweitern. Damit bieten sie nur begrenztes Potenzial für Distributionszentren, die nicht über große, verfügbare Flächen verfügen. Während sie für neu gebaute Hubs eine sehr gute Wahl sein können, lassen sie sich in bestehende Anlagen häufig schwieriger implementieren.
Roboter arbeiten nach Logik und Regeln, doch Ausnahmen und Elemente, die flexibles Denken oder andere Lösungen erfordern, lassen sich durch Robotiklösungen nur begrenzt verbessern.
Robotiklösungen sind in den richtigen Bereichen transformativ
Insgesamt bieten Robotiklösungen Hubs und Depots viele Vorteile: Sie helfen Bedienern, mit dem steigenden Sendungsvolumen umzugehen, liefern einen konsistenten und nachverfolgbaren Service und reduzieren den erforderlichen Anteil körperlicher Arbeit.
Auch wenn die Zahl der Prozesse mit robotergestützter Automatisierung mit der weiteren Entwicklung von Technologie und KI zunehmen wird, bleibt stets die Notwendigkeit einer sorgfältigen Integration und der Abwägung, wo sie am besten Wirkung entfalten – in einfachen, volumenstarken Prozessen.