Das Mensch-Automatisierung-Betriebsmodell auf verschiedene Organisationsebenen anwenden
In mehreren Bereichen der Organisation werden Rollen beeinflusst, wenn der Automatisierungsgrad steigt. Typische Beispiele für die Transformation sind: Ein Mitarbeitender auf der Fläche bewegt Käfige oder Pakete nicht mehr manuell, sondern überwacht automatisierte Zonen und reagiert auf Systemhinweise; Aufsichtspersonen beobachten und koordinieren Menschen nicht mehr direkt, sondern steuern eine digitale, prozessgetriebene Umgebung; und Techniker führen nicht mehr nur reaktive Instandsetzung durch, sondern nutzen datenunterstützte Instandhaltung.
Für Manager ist es wichtig zu verstehen, dass ein neues System auch neue Routinen und Entscheidungsstrukturen bedeutet – einschließlich Lernen bzw. Systemverständnis.
Die gleiche Veränderung gilt auch weiter oben im Betrieb. Aufsichtspersonen und Leitstandmitarbeitende wechseln von der Koordination von Menschen vor allem durch direkte Beobachtung und mündliche Anweisungen hin zur Steuerung einer digitalen, prozessgetriebenen Umgebung. Techniker entwickeln sich von reaktiver Instandsetzung hin zu zustandsbasierter und datenunterstützter Instandhaltung. Manager müssen verstehen, dass ein neues System auch neue Kompetenzen, Kommunikationsroutinen und Entscheidungsstrukturen erfordert.
Rollenbezogene Automatisierungsschulungen
Wirksame Automatisierungsschulungen werden häufig als zu technisch oder zu zeitaufwendig angesehen, sind jedoch notwendig, um Mitarbeitergruppen für neue Verantwortlichkeiten zu qualifizieren. Um den maximalen Nutzen zu erzielen, muss jede Mitarbeitergruppe mit dem praxisnahen Wissen geschult werden, das sie benötigt, um ihre Aufgaben in einer hochautomatisierten Umgebung zu erfüllen.
Für Mitarbeitende auf der Fläche bedeutet das häufig szenariobasierte Anleitung – etwa was zu tun ist, wenn eine Leuchte umschaltet, ein Scanner nicht erfasst oder ein Behälter schneller als erwartet voll wird. Dazu gehört auch, auf welche Prioritäten Entscheidungen zu stützen sind und welche physischen Reaktionen auf Systemsignale erforderlich sind.
Operatives Personal benötigt ein fundiertes Verständnis von Fluss, Priorisierung und Kommunikation. Die Schulung sollte sich darauf konzentrieren, Schichten anhand von Volumen, verfügbarer Arbeitskraft und Deadlines zu planen. Außerdem sollten die relevanten Analysen verstanden werden – etwa welche Dashboards oder Alarme unmittelbare Entscheidungen unterstützen und welche für spätere Auswertungen gedacht sind.
Service- und Instandhaltungspersonal muss im Zusammenhang zwischen Systemverhalten und Instandhaltungsmaßnahme geschult werden. Dazu gehört, Trends, Alarme und Daten zu interpretieren sowie die erforderlichen Eingriffe – ob sofort oder geplant.
Simulation als Schulungsinstrument nutzen
Wenn größere oder komplexere Sortiersysteme implementiert werden, kann Simulation oder Emulation ein notwendiges Schulungsinstrument sein. Ein Emulator fungiert als digitaler Zwilling des Systems und ermöglicht Teams, Betriebsszenarien in einer kontrollierten Umgebung zu üben. Dazu gehören Möglichkeiten für Aufsichtspersonen, Schichten anhand verschiedener Szenarien zu planen, für Mitarbeitende auf der Fläche, das Reagieren auf bestimmte Anzeigen zu trainieren, sowie für Instandhaltungsteams, zu lernen, wie auf Systemsignale zu reagieren ist.