Das schwierige kleine Paket
Kleine Pakete gelten im Allgemeinen als solche, deren Größe im Mindestmaß 50x50x1 mm (oder 20 g Gewicht) bis zur Maximalgröße von 450x300x200 (oder 5 kg Gewicht) reicht. Es kann sich um kleine Artikel aus der Modebranche oder aus verschiedenen Teilen der Welt handeln.
Was jedoch die Schwierigkeit bei ihrer Sortierung verursacht, sind ihre oft unregelmäßigen geometrischen Formen. Ob rund oder klumpig, ob Polybeutel, die nur einen Artikel enthalten, oder ob der Artikel mehr als eine natürliche Oberfläche hat, diese unregelmäßigen kleinen Pakete können sich jederzeit unkontrolliert bewegen und Staus und Blockaden im Sortiersystem verursachen.
Hinzu kommt, dass kosteneffiziente Verpackungen unterschiedlicher Größe und Qualität in der Welt des E-Commerce-Verkaufs zunehmend eingesetzt werden, was die Handhabung kleiner Pakete für normale automatisierte Sortieranlagen immer schwieriger macht.
Da die heutige Framework-Technologie Schwierigkeiten hat, diese kleinen Pakete zu handhaben, haben viele Verteilzentren Probleme, ihre Prozesse zu optimieren, und riskieren, kleine Pakete manuell handhaben zu müssen.
Taschensysteme als alternative Technologie
Bestehende Sortiersysteme verwenden typischerweise Loopsorter oder Liniensortierer, die auf den Transport von Artikeln mit hoher Geschwindigkeit angewiesen sind, um die Kapazität zu erreichen.
Kleine Pakete können aber durchaus anders gehandhabt werden.
Seit Jahrzehnten setzt die Modeindustrie das Taschensystem ein – ein Overhead-Fördersystem, bei dem ein Artikel in eine einzelne Tasche oder einen Beutel gelegt und in einer geschlossenen Umgebung aufbewahrt wird, so dass er überall im System befördert werden kann.
Das gleiche Taschensystem kann nun auch für die Paketsortierung eingesetzt werden. Als geschlossenes Fördersystem eignet es sich besonders für schwierige kleine Pakete und kann zur vollständigen Unterstützung der traditionellen Cross-Dock-Sortierung eingesetzt werden.
Wie ein Taschensystem im KEP-Kontext funktioniert
Hier sind die Prinzipien, wie ein Taschensystem im KEP-Sortierprozess funktioniert.
1. Eingehende Artikel werden in große und kleine Artikel aufgeteilt
In einer normalen Umgebung bestehen eingehende Artikel sowohl aus kleinen als auch aus großen Paketen, so dass diese getrennt werden müssen, entweder durch Robotertechnologie oder übliche Sortieranlagen, je nach Anwendung des Zentrums. Große, reguläre Pakete werden zur traditionellen Sortierung geschickt, während die kleinen Pakete an das Taschensystem weitergeleitet werden.
2. Artikel werden in eine Tasche gelegt und gelangen in einen dynamischen Puffer
Jedes kleine Paket wird in eine einzelne Tasche gelegt, die in ein dynamisches Puffersystem gelangt. (Das System wird als Puffersystem bezeichnet, weil Taschen leicht zum Puffer hinzugefügt und genauso leicht wieder entnommen werden können.)
Die Einführung in die Taschen kann automatisiert werden, mit der Möglichkeit, die automatisierte Einführung mit anderen Technologien wie einer Zufuhrlinie eines traditionellen Systems zu integrieren. Die Einführung kann auch manuell erfolgen, wenn bekannt ist, dass einige Artikel zerbrechlich sind und besondere Aufmerksamkeit benötigen, zum Beispiel.