Das linke Paket belegt zwei Träger, obwohl es klein genug wäre, um auf nur einen Träger zu passen. Datenanalysen ließen das Unternehmen erkennen, dass dieser Fehler recht häufig auftrat, da Pakete falsch auf die Zuführlinie gelegt wurden. Eine wertvolle Erkenntnis, die das Unternehmen dazu veranlasste, die Bediener darin zu schulen, Pakete korrekt zu platzieren.
Probleme:
- Eine große Anzahl von rezirkulierten Artikeln
- Zu viele Artikel mit sehr hoher Trägerbelegung
- Eine hohe Anzahl von Artikeln im manuellen Bearbeitungsbereich, die nachbearbeitet werden müssen
Wie die Vorfälle geschahen, war im Wesentlichen ein Rätsel. Für das bloße Auge schien das Sortiersystem einwandfrei zu funktionieren. Gleichzeitig war die Kapazität jedoch geringer als sie sein sollte.
Also beauftragte der KEP-Distributor einen Systemanbieter und begann mit der Datenerfassung.
Daten zeigten, dass Artikel rezirkuliert wurden, weil die Rutsche voll war oder sich in einem Austauschprozess befand. Mit diesem Wissen konnte das Unternehmen zwei wichtige Anpassungen an seinem Betrieb vornehmen:
- Verdoppelung der Ressourcen, die den 10 Prozent der Rutschen mit dem höchsten Paketfluss zugewiesen sind
- Implementierung einer dynamischen Ressourcenzuweisung für die restlichen 90 Prozent der Flussziele
Diese beiden Anpassungen führten zu einer erheblichen Reduzierung der rezirkulierten Pakete. Einfach durch einen effektiveren Betrieb des Sortiersystems. Ohne Investitionen in neue Maschinen.
Dank Datenanalysen machte das Verteilzentrum eine weitere erstaunliche Erkenntnis:
Die Mehrheit der auf zwei Träger aufgegebenen Artikel war tatsächlich klein genug, um auf nur einen Träger zu passen, aber sie waren schlecht auf der Zuführlinie platziert worden. Es stellte sich heraus, dass das Verteilzentrum die Anzahl der Zwei-Träger-Belegungen erheblich senken konnte, indem es sich auf die Schulung der Bediener zur korrekten Platzierung der Artikel konzentrierte.
„Das Verteilzentrum konnte die Anzahl der Zwei-Träger-Belegungen erheblich senken.“
Weniger Nacharbeit durch bessere Daten
Das Unternehmen stand vor einer weiteren betrieblichen Herausforderung: unzureichender Paktdatenaustausch führte zu umfangreicher Nacharbeit.
Durch den Abgleich der Gründe für Nacharbeit mit den Paketdaten stellte das Verteilzentrum fest, dass EDI (Electronic Data Interchange) oft zu spät, falsch oder schlicht fehlerhaft war. Bei mehreren Paketen war die Barcode-Qualität schlecht oder der Inhalt oft falsch.
Das Unternehmen ging mit seinen Datenanalysen noch einen Schritt weiter und stellte die Verbindung zwischen nicht lesbaren Artikeln und Versendern/Kunden her. Kunden wurden dann nach der Qualität der von ihnen bereitgestellten EDI kategorisiert.
Diese Erkenntnis ebnete den Weg für einen Dialog zwischen dem KEP-Unternehmen und den Kunden, um eine Lösung für das Problem zu finden. Außerdem verfügte das KEP-Unternehmen nun über Daten, um die Kosten pro Lieferung an die Qualität der EDI anzupassen.
Das Ergebnis war eine bessere EDI, die einen reibungsloseren Paketprozess mit deutlich weniger Nacharbeit und Bedienereingriffen ermöglichte.
Verschaffen Sie sich den vollständigen Überblick: Lesen Sie den Leitfaden zur Digitalisierung für Paketdienstleister.
Fall #3: Verteilung von Standard-B2C-Paketen mit Fokus auf Liefergeschwindigkeit
Dieser Fall handelt von einem prototypischen B2C-E-Commerce-Verteilzentrum.
Seine Kunden sind Webshops und der Endnutzer (Empfänger) ist ein Verbraucher. Liefergeschwindigkeit und die Minimierung der Kosten pro Paket sind zwei Schlüsselprioritäten.
Ein kurioses Beispiel – und auch ein Beispiel dafür, wie wertvoll Daten für ein KEP-Unternehmen sein können.
Dieses Verteilzentrum verfügte über ein Sortiersystem, das aus zwei Sortierern bestand, und beide Sortierer wiesen einige wirklich rätselhafte Kapazitätswerte auf.
Die beiden Sortiersysteme funktionierten extrem gut – mit einer Auslastung nahe der theoretischen Kapazität. Die hohe Systemauslastung spiegelte sich jedoch nicht in einer gleichermaßen hohen Produktivität wider.
Beeindruckende Auslastungszahlen sind eine Sache, aber etwas stimmte nicht. Das Verteilzentrum stand vor zwei Problemen.