Von Jørgen Staun
Angesichts des stetigen Warenflusses, der sich mit hoher Geschwindigkeit bewegt, und der ständigen Gefahr, dass sich Pakete stapeln, kann die Tätigkeit als Bediener in der hart umkämpften KEP-Branche körperlich sehr anstrengend sein. Wenn die Arbeitsumgebung ungesund oder unsicher ist, kann die Paketbearbeitung stressig sein, und unter solchen Bedingungen wird kein Bediener sehr lange durchhalten. KEP-Unternehmen haben kein Interesse daran, ihre Belegschaft zu verschleißen.
Warum Ergonomie für KEP-Unternehmen wichtig ist
Bediener gewinnen und halten
Unter günstigen wirtschaftlichen Bedingungen, wenn die Arbeitslosenquoten niedrig sind, sind qualifizierte und zuverlässige Bediener schwer zu finden, und der Ersatz von Personal ist kostspielig. KEP-Unternehmen achten zunehmend darauf, wertvolle Mitarbeiter zu halten – und neue Mitarbeiter zu gewinnen –, indem sie Arbeitsumgebungen schaffen, die sicher und weniger belastend sind. In diesem Zusammenhang geht es bei der Ergonomie nicht nur darum, Arbeitsplätze nach einem minimalen Sicherheitsstandard zu gestalten, sondern auch darum, Arbeitsplätze zu „vermenschlichen“, beispielsweise indem man Platz für persönliche Gegenstände in der Produktionshalle schafft.
Compliance
Auf globaler Ebene werden die Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz im Allgemeinen immer strenger. So gibt es beispielsweise in den meisten Ländern Vorschriften, wie viel Gewicht ein Bediener tragen darf, wie lange und wie weit die Bediener ihre Arme beim Tragen ausstrecken dürfen. Um CE-zertifiziert zu werden, müssen Verteilzentren im Europäischen Wirtschaftsraum die EU-Maschinenrichtlinie einhalten, die spezifische Anweisungen zur Ergonomie enthält.
Effizienz
Sortiereffizienz und Sicherheit am Arbeitsplatz sind keine Gegensätze. Tatsächlich geht es bei der Ergonomie per Definition darum, durch Design sowohl die effiziente als auch die sichere Interaktion zwischen Mensch und Gegenständen zu gewährleisten.
Mit dem zunehmenden Automatisierungsgrad, der seit den sechziger Jahren in der Fertigung und Logistik stattgefunden hat, achten Forscher und Ingenieure immer mehr darauf, wie menschliche Prozesse am besten an die unnachgiebige Arbeit von Maschinen angepasst werden können.
Während es der menschlichen Natur entspricht, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu arbeiten, ruhen oder verlangsamen automatisierte Systeme beispielsweise während eines Arbeitstages nie. Ergonomie kann dazu beitragen, Arbeitsabläufe zu unterstützen, die über einen längeren Zeitraum ohne Erschöpfung in einem moderaten Tempo ausgeführt werden können.
Die Ergonomieforschung trägt auch zur Innovation von Sortiersystemen selbst bei. Als wir bei der BEUMER Group beispielsweise die richtige ergonomische Position für eine neue Art von Sortiersystem berechneten, stellten wir fest, dass eine bestimmte Bewegung, die von den Bedienern bei der Handhabung von Restpostpaketen ausgeführt wurde, tatsächlich auch die Position der Pakete für die Kamera- oder Scanneraufnahme optimieren könnte. Dies reduzierte die Anzahl der „Nicht-Lesungen“ im System, was sowohl eine stärker automatisierte Sortierung als auch eine geringere physische Handhabung problematischer Pakete ermöglichte.
Lesen Sie mehr darüber, wie Verteilzentren mit „Nicht-Lesen“-Paketen umgehen können.