Wenn ein Fachmann für Lagerlogistik den Durchsatz eines Pouch-Systemmoduls erwähnt, was meinen sie dann eigentlich?
Ohne weitere Erläuterung ist es schwierig zu wissen, auf welche Art von Durchsatz Bezug genommen wird.
Dies ist potenziell problematisch, da ein Anbieter von Materialhandhabungssystemen einem Logistikzentrumsleiter einen Durchsatz für ein System versprechen könnte, beispielsweise ein Pouch-System, der nur theoretisch möglich ist, aber in der Realität für sie nicht erreichbar ist.
Nach monatelangem Live-Betrieb, in dem versucht wurde, den versprochenen Durchsatz zu erreichen, um die Nachfrage der größten Kunden zu befriedigen, stellt sich heraus, dass der Logistikzentrumsleiter dies nur durch den Erwerb von zwei Pouch-Systemmodulen erfüllen kann.
Dies ist mit enormen zusätzlichen Kosten verbunden, nicht nur in Bezug auf die Kosten für das System und die Installation, sondern auch in Bezug auf den Bedarf an zusätzlicher Stellfläche und Arbeitskräften.
Vermeidung von Verwirrung durch internes Fachwissen
Ein solches Missverständnis ist weniger wahrscheinlich, wenn der Logistikzentrumsleiter zu Beginn seiner Kaufentscheidung Fachwissen rekrutiert hat – vorzugsweise in Form eines vertrauenswürdigen, erfahrenen und kompetenten Systemanbieters.
Auf diese Weise sind sich der Logistikzentrumsleiter und der Systemanbieter einig, wenn sie den Durchsatz eines Pouch-Systems diskutieren.
Jedes Pouch-System hat zwei Durchsätze:
- „Technischer Durchsatz“ – ein Best-Case-Szenario
- Tatsächlicher „Systemdurchsatz“ – spiegelt reale Bedingungen wider
Für die Zwecke dieses Artikels wollen wir beide Arten von Durchsatz bewerten und dabei besonders darauf achten, was ein Lagerleiter berücksichtigen sollte, bevor er in ein Pouch-System investiert.
Technischer Durchsatz – funktioniert gut in der Theorie
Der technische Durchsatz kann erreicht werden, wenn jede einzelne Komponente und jeder Teil des Prozesses zu 100 Prozent läuft.
Also nicht nur das Pouch-System selbst, sondern auch alle Kommissionierungen, Schalter, Förderer, Automatisierung und Nicht-Automatisierung – Menschen, die be- und entladen, die Abwicklung usw.
Oder zumindest ist das die Theorie.
Die Berechnung des technischen Durchsatzes ist ein bisschen wie das Testen des Kraftstoffverbrauchs eines neuen Autos. Unter Laborbedingungen werden fünf Liter Kraftstoff eingefüllt, und das Auto fährt auf einem Rollenprüfstand mit einer kontrollierten, konstanten Geschwindigkeit über 100 km – unter der Kontrolle erfahrener Experten.
In der Realität wäre diese Leistung unter realen Bedingungen nicht möglich.
Aber der technische Durchsatz ist eine nützliche Kennzahl zum Vergleich, da er mithilfe von Daten leicht zu berechnen ist – daher wird er in der Industrie häufig verwendet.