Von BEUMER Group
Wir sprachen mit Christian Østergaard, Lead Visionary & Senior Group Strategist bei PostNord, darüber, wie das Unternehmen die Digitalisierung nutzt, um sein Geschäft zu optimieren, welche Ergebnisse es bisher erzielt hat und welche nächsten Schritte in der Digitalisierung geplant sind.
Das Potenzial von Daten erschließen, um alle Aspekte des Geschäfts zu stärken
Die Digitalisierung ist derzeit der stärkste Einflussfaktor auf die Kommunikations-, E-Commerce- und Logistikgeschäfte von PostNord, und das nordische Postunternehmen hat sein wahres Potenzial erschlossen, um strategische Entscheidungen voranzutreiben.
Insbesondere, so Østergaard, setzt PostNord aktiv KI ein:
„Wir nutzen KI, um unsere Prozesse zu optimieren, digitale Zwillinge unserer Sortiersysteme und des Fernverkehrs zu erstellen und Computer Vision für Füllraten, Pakettypen, volumetrische Erkennungen, Sicherheitsanalysen und Produktivitätsverfolgung zu entwickeln.“
Laut Østergaard entwickelt PostNord auch Prognosetools, um zu erkennen, ob Kunden zu Hause sein werden, und um Paketvolumen und voraussichtliche Lieferzeiten (ETDs) vorherzusagen, sowie NPL-Tools zur Erkennung von Adressen und speziellen Etiketten, Sprachkommissionierung und virtuelle Chat-Agenten.
Doch PostNords Drang zur Digitalisierung war nicht immer so. Østergaard sagt:
„Vor unserem Digitalisierungsprogramm arbeiteten wir, wie viele KEP-Unternehmen es weiterhin tun – mit Prognosen und Planungen, die in Silos, auf Tabellenkalkulationen und ohne automatische Dateneingabe oder -analyse stattfanden. Dies bedeutete mehrere Iterationen, eine Menge Daten, die Gefahr liefen, manuell falsch gehandhabt zu werden, und einen Mangel an Kohäsion zwischen unseren Abteilungen.“
Die Punkte verbinden: Datenintegration ist der Schlüssel
PostNords Ziel war es daher, alle seine Daten (gesammelt aus Fahrzeug-GPS-Tracking, Dongles, Sortieranlagen und anderen Datenpunkten) in einem System zu verbinden, auf das es Intelligenz anwenden konnte, um Metriken wie Paketvolumen und Ankunftsprofile vorherzusagen. Wie Østergaard erklärt:
„Die Idee ist, eine Plattform oder ein Ökosystem aufzubauen, das jeder nutzen kann, um KPIs zu visualisieren, faktenbasierte Operationen zu erstellen und wichtige Kriterien zu analysieren und vorherzusagen.“
Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie dies in der Realität aussehen könnte, so Østergaard, hat PostNord digitale Zwillinge – oder virtuelle 3D-Nachbildungen – eines seiner Paketsortierterminals erstellt, wobei ein zweites im Jahr 2022 hinzukommt, sowie für den Fernverkehr, um zu testen, wie ungenutzte Kapazitäten minimiert und Ausrüstung und Prozesse optimiert werden können. Er sagt:
„Digitale Zwillinge sind notwendig, weil die Dinge so kompliziert geworden sind, dass wir Mathematik anstelle menschlicher Gehirne einsetzen müssen, um sie zu betreiben.“
PostNord hat jahrelange Daten gesammelt und ausgewertet, um vorherzusagen, wie das Paketvolumen für eine optimale Planung prognostiziert werden kann.