Unwegsames Gelände
erfordert Muli-Einsatz

BEUMER Group realisiert Großauftrag in China

Mit der Realisierung einer Gurtförderanlage für die Asia Cement Group im chinesischen Sichuan stellte die BEUMER Group ihre Vorreiterrolle als Spezialist für intralogistische Förderungen unter Beweis. Der Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von über 5 Mio. Euro beinhaltete die Entwicklung und Installation einer 12,5 km langen Anlage durch unwegsames und gebirgiges Gelände. Die Asia Cement Group, ein großer Baustoffhersteller mit Hauptsitz in Taipeh (Taiwan), hat in der Nähe von Chengdu, der Landeshauptstadt von Sichuan, ein neues Werk errichtet. Zurzeit sind dort zwei Ofenlinien mit einer Leistung von je 4200 Tagestonnen installiert. Für den Transport des Kalksteins vom Steinbruch zum 30 km entfernten Werk beauftragte die Asia Cement Group die BEUMER Group mit dem Bau eines kurvengängigen Muldengurtförderers.

Logistische und ingenieurtechnische Herausforderung

Seit über 20 Jahren verlässt sich die Asia Cement Group auf die Kompetenz der BEUMER Group und hat zahlreiche Anlagen und Becherwerke des Maschinenherstellers in Betrieb. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten und der daraus resultierenden logistischen und ingenieurtechnischen Anforderungen sollten die Entwicklung, die Ausführung und die Inbetriebnahme des Förderers in einer Hand liegen. Im Mai 2006 vergab die Asia Cement Group den Auftrag für die 12,5 km lange Muldengurtförderanlage mit einem Massenstrom von 1.500 Tonnen pro Stunde und einer Fördergeschwindigkeit von vier Metern in der Sekunde an die BEUMER Group.

Das zu bewältigende Gelände besteht aus Gebirge und Bambuswäldern. Da ein Großteil des Bambusbestandes unter Naturschutz steht, wurde weder eine Genehmigung für eine Serviceroute gegeben noch wurde die Abholzung gestattet. Auch der Untergrund stellte die Ingenieure der BEUMER Group vor eine schwierige Aufgabe: Zum einen ist der Boden aufgrund von vorhergegangenem Kohleabbau instabil. An anderen Stellen besteht der Grund aus Granit, der nur teilweise abgetragen werden konnte. Weiterhin musste auf der Strecke ein Teilabschnitt von 1,5 km durch Wasser geführt werden. Diese extremen Randbedingungen führten dazu, dass rund 90 Prozent der Anlage vor Ort manuell montiert wurden. Da der Transport mit LKWs teilweise unmöglich war, wurde die Anlage mit Mulis Stück für Stück transportiert. Die BEUMER Group konzipierte daher die gesamte Anlage so, dass alle Teile geschraubt werden konnten und eine maximale Trägerlänge von drei Metern besaßen. So konnte ein optimaler Transport sichergestellt werden.

Höhenunterschiede bis zu 100 Metern

Nach der Auftragserteilung optimierte die BEUMER Group in Abstimmung mit der Asia Cement Group vor Ort den Streckenverlauf des Muldengurtförderers. Mit acht Horizontalkurven, die Radien von knapp 1000 bis zu 5000 Metern aufweisen, errechnete der Maschinenhersteller die genauen Gurtzugkräfte in aufwändigen Simulationen. Neben dem unwegsamen Gelände stellten auch die extremen Höhenunterschiede von bis zu 100 Metern eine besondere Herausforderung dar. Um die Gesamtkosten möglichst gering zu halten, setzte die BEUMER Group hier Horizontalkurven ein und überbrückte das Gebirge mit Brücken, die bis zu 55 Meter hoch sind.

Die Asia Cement Group war nach den Vorgaben der Ingenieure der BEUMER Group und unter ständiger Beaufsichtigung durch zwei Richtmeister für den Stahlbau der Brücke verantwortlich. Die BEUMER Group entwickelte, baute und lieferte die Kernteile für die Antriebs- und Spannstationen sowie den gesamten Gurt, die Tragrollen und die Antriebstechnik.

BEUMER Group meisterte jede Anforderung

Für die 12,5 km lange Gurtförderanlage beträgt die Gurtlänge 25 km. Insgesamt musste der Gurt an 56 Stellen vulkanisiert werden. Die Gurtbreite liegt bei 1.200 mm mit einer Festigkeit von 2800 N/mm. Neben den acht Horizontalkurven weist die Anlage 28 Vertikalkurven auf. Um die Gurtzugkräfte bei sechs Gefälle- und sechs Steigungsstrecken unter Kontrolle zu halten, wird die Anlage mit speziellen Antrieben und der darauf abgestimmten BEUMER Steuerung betrieben. Die installierte Antriebsleistung beträgt sechsmal 500 kW, die mit der BEUMER Steuerung frequenzgeregelt werden. Aufgeteilt ist die Leistung auf je zwei Antriebstrommeln im Aufgabebereich und am Kopf der Anlage. Dabei wurde jeweils eine Trommel als Doppelantrieb mit 1000 kW und eine als Einfachantrieb mit 500 kW ausgeführt. Auf ein bewegliches Spanngewicht wurde verzichtet. Stattdessen wird mit einer Spannwinde das Spanngewicht einmal eingestellt und geometrisch eingefroren.

Mitte 2008 wurde der Muldengurtförderer installiert und in Betrieb genommen. Trotz aller logistischen und topographischen Hindernisse hat die BEUMER Group jede Herausforderung gemeistert . Damit hat das Unternehmen nicht nur eine Maschine geliefert, sondern ein überzeugendes Gesamtkonzept für den Kunden entwickelt und realisiert.