SCHWENK Zement KG setzt
auf Pipe Conveyor der BEUMER Group

Ohne Materialverluste und mit wenig Aufwand ans Ziel

Um im Zementwerk in Bernburg nahe Magdeburg alternative Brennstoffe wie zerkleinertes Kunststoffmaterial, Textilien und Papier von der Lagerhalle zu den Beschickungssystemen des Ofens zu fördern, ersetzt die SCHWENK Zement KG ihre alte Trogkettenförderlinie durch einen modernen Pipe Conveyor der BEUMER Group. Dieses komplett geschlossene Fördersystem sorgt nicht nur für einen umweltfreundlicheren und energieeffizienteren Transport des Schüttguts. Der Wartungsaufwand ist erheblich geringer und die Anlage lässt sich optimal an die Umgebungsbedingungen anpassen.

Das SCHWENK Zementwerk in Bernburg ist mit seiner Produktvielfalt und seiner Produktionskapazität eines der größten und leistungsfähigsten Baustoffwerke Deutschlands. Die Zementproduktion an der Saale blickt auf eine lange Geschichte zurück. Denn hier befinden sich ergiebige Vorkommen an hochwertigem Kalkstein. Das Werk existiert bereits seit 1960. Nach der Wende hat SCHWENK es im Jahr 1990 übernommen, die bestehenden Anlagen abgerissen und ein komplett neues Werk errichtet. Zum Produktportfolio gehört heute eine breite Palette leistungsfähiger Spezialbindemittel in konstant hoher Qualität. Mit moderner Mischtechnik stellt das Unternehmen die ideale Produktlösung her, die im Tunnel-, Straßen- und Brunnenbau, in der Geothermie und Umwelttechnik gefordert ist.

Für das Zementwerk spielt eine nachhaltige Produktion eine besonders große Rolle. Weil die Herstellung dieses Baustoffs seit jeher zu den besonders energieintensiven Industrien zählt, minimiert SCHWENK den Einsatz primärer Brennstoffe wie Kohle und Öl und setzt verstärkt auf Ersatzbrennstoffe. Dabei handelt es sich vorwiegend um Mischungen aus hochkalorischen Abfällen, hauptsächlich Kunststoff- und Verpackungsresten und Textilien. Diese werden in einer externen Aufbereitungsanlage zu hochwertigen Brennstoffen mit definierten Produktparametern aufbereitet.

Wärmeintensive Prozesse

Zur Zementherstellung wird der Kalkstein abgebaut, zerkleinert und mit weiteren Rohstoffen homogenisiert. Gurtförderer transportieren diesen Rohschotter und weitere Stoffe anschließend vom Mischbett ins Werk. Dort werden sie in den Rohmühlen auf die für den Brennprozess notwendige Feinheit gemahlen und getrocknet. Das Rohmehl wird anschließend in großen Silos homogenisiert und zwischengelagert. Um den Portlandklinker - ein grobstückiges Zwischenprodukt - zu erhalten, gelangt das Rohmehl zunächst in den Zyklonvorwärmer, anschließend in den sogenannten Kalzinator, die beide mit den alternativen Brennstoffen befeuert werden. Bei Temperaturen über 950 Grad Celsius wird der Kalksteinanteil im Rohmehl entsäuert. Danach erreicht das Material das Drehrohr und wird dort bei Temperaturen von etwa 1.450 Grad Celsius gebrannt.

Um die Brennstoffe von der Lagerhalle zu den Beschickungssystemen für den Hauptbrenner zu transportieren, setzte SCHWENK bisher auf eine Trogkettenförderlinie. Bei diesen mechanischen Stetigförderern sind Mitnehmer an einer endlos geschlossenen Kette installiert, die das Schüttgut in einem Trog transportieren. "Wir hatten diese Anlage nun schon seit mehr als zehn Jahren im Einsatz. Deswegen mussten wir sie auch immer häufiger warten", berichtet Dirk Fabian, Produktionsleiter bei SCHWENK in Bernburg. Ein weiteres Problem: Der Trogkettenförderer konnte das Schüttgut, das eine Dichte von nur 0,2 Tonnen pro Kubikmeter aufweist, nach dem weiteren Ausbau der Dosiertechnik nicht mehr in ausreichender Menge zu den Dosierwaagen (und damit zum Hauptbrenner) fördern. "Wir suchten eine alternative Lösung, die sowohl ökologisch als auch wartungsarm ist", beschreibt Dirk Fabian. Der neue Förderer sollte zudem aufgrund seiner Konstruktion optimal an die kurvige Streckenführung im Werk angepasst sein.

Umfassende Kompetenz, optimal unterstützt

Als Lieferant für die passende Fördertechnik war für die Baustoffhersteller die BEUMER Group die erste Adresse. Mit dem international tätigen Systemanbieter verbindet SCHWENK eine jahrelange und enge Partnerschaft. BEUMER hat für die SCHWENK Putztechnik GmbH & Co. KG mit Sitz in Ulm unter anderem mehrere Hochleistungslagenpalettierer vom Typ BEUMER paletpac® geliefert, die mit der neu entwickelten Doppelbanddrehvorrichtung ausgestattet sind. In der Baubranche ist BEUMER als Anbieter von Fördertechniklösungen bereits seit fast 80 Jahren ebenfalls etabliert. Um international tätige Baustoffhersteller mit Komplettlösungen stets optimal zu unterstützen, hat der Systemanbieter seine vielfältigen Kompetenzen in dieser Branche weltweit gebündelt und verschiedene Centers of Competence geschaffen. Dazu gehört zum Beispiel das Geschäftsfeld "Pipe Conveyor". Diese weltweit zuständigen Zentralen kümmern sich um den Vertrieb und das Projektmanagement. Sie sammeln und bereiten das Know-how der einzelnen Landesgesellschaften auf und geben es gezielt an die weltweit verteilten Fachleute der Unternehmensgruppe in den jeweiligen Bereichen weiter.

Hoher Umweltschutz, geringe Wartung

"Gemeinsam mit den Verantwortlichen in Bernburg entwickelten wir eine Lösung, die auf die Anforderungen ideal abgestimmt ist", sagt Michal Mikulec, Geschäftsführer der BEUMER Group Czech Republic a.s., der das Projekt betreut hat. Im Gespräch war zunächst eine Kombination aus einem neuen Trogkettenförderer und mehreren offenen Gurtförderern, doch diese Lösung wurde schnell verworfen. Aufgrund des Umweltschutzes und des geringeren Wartungsaufwands kristallisierte sich rasch ein Pipe Conveyor für das Zementwerk heraus. "Mit seiner geschlossenen Bauform schützt dieser die Umwelt sicher vor herabfallenden Transportgütern. Auf laufender Strecke kann sich außerdem kein Staub entwickeln", erklärt Michal Mikulec. Diese Förderer bieten noch weitere Vorteile. Sie können lange Distanzen und enge Kurvenradien bewältigen. Und wegen ihrer Kurvengängigkeit sind im Vergleich zu anderen Gurtförderern wesentlich weniger Verteilertürme nötig. Damit spart der Anwender deutlich Kosten und BEUMER kann mit dieser Eigenschaft das System an individuelle Streckenführungen anpassen. Die Unternehmensgruppe lieferte und installierte eine Anlage mit einem Durchmesser von 200 Millimetern und einer Länge von 230 Metern. Sie fördert bis zu 15 Tonnen Material in der Stunde. BEUMER war zudem für den Gesamtprozess verantwortlich. Dazu gehörten die verfahrenstechnische Auslegung sowie der komplette Stahlbau.

Eingesetzt werden zugfeste und langlebige Fördergurte. "Um bei SCHWENK die optimale Gurtausführung zu ermitteln, berechneten wir die Zugkräfte sowie die Kräfte, die durch Beschleunigung und Verzögerung entstehen - und das immer unter Berücksichtigung des Eigengewichts des Gurts und des Förderguts", berichtet Michal Mikulec. Vorausberechnet haben die Ingenieure weiterhin die Gurtlagen in den entsprechenden Kurvenradien für den leeren und den beladenen Gurt. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Geräuschemission der Pipe Conveyor. "Mit speziellen Tragrollen sowie geräuscharmen Lagern und Elektromotoren arbeiten diese sehr leise. Das macht den Betriebsalltag für unsere Mitarbeiter angenehmer und die Menschen in der Umgebung des Werkes werden nicht belästigt", sagt Dirk Fabian.

Reibungsloser Betrieb

In der Lagerhalle nehmen Kräne die aufbereiteten Ersatzbrennstoffe auf und werfen sie in die Austragsbunker mit dem Austragssystem. Von dort schafft der Kettengurtförderer das Material kontinuierlich zum neuen Pipe Conveyor. Dieser fördert es zu den Dosierwaagen des Hauptbrenners.

BEUMER konnte die Linienführung des Förderers optimal an das Werk anpassen. Eine weitere Anforderung, die die Experten erfüllten: Stützen sollten hier den Lkw-Verkehr unter dem Pipe Conveyor auf keinen Fall behindern. Deshalb befestigten die Techniker die erste Stütze direkt an der Lagerhalle. Das Spannsystem des Förderers hat BEUMER als Spannturm ausgelegt. Dieser befindet sich direkt bei der Aufgabestation.

Von der Auftragserteilung bis zur Inbetriebnahme im Februar 2014 dauerte es gerade mal acht Monate. "Wir haben die Anlage von BEUMER nun schon seit einigen Monaten in Betrieb", sagt Dirk Fabian. "Wir sind sehr zufrieden. Sie ist äußerst robust und wir haben auch keine Betriebsausfälle mehr."

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