Führender PVC-Hersteller
setzt auf leistungsstarke
Verpackungstechnik

Da verrutscht nichts

Die Vinnolit GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Ismaning bei München ist der weltweite Marktführer für PVC-Spezialitäten. Da auch in der chemischen Industrie die Anforderungen an die Palettierung und Verpackung stetig steigen, ersetzt das Unternehmen in seinem Werk im Industriepark Gendorf seine Schrumpfhaubenanlage durch den BEUMER stretch hood® S. Die neue Hochleistungs-Verpackungsanlage leistet einen wichtigen Beitrag zur Ladungssicherheit.

PVC für Fußböden, Tapeten, Fensterprofile, Rohre, Hartfolien, technische Beschichtungen, Kfz-Unterbodenschutz, Kabelummantelungen oder Infusionsbeutel: Vinnolit produziert und vermarktet ein breit gefächertes PVC-Produktsortiment. Dieses kommt zum Beispiel im Bausektor, in der Automobilindustrie oder in der Medizintechnik zum Einsatz. Vinnolit ist zudem ein führender Hersteller und Lieferant für Zwischenprodukte wie Natronlauge, Vinylchlorid und Zinntetrachlorid, die für die Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie, aber auch in anderen Branchen, benötigt werden.

„Einen Teil unseres PVC-Pulvers füllen wir in Papiersäcke ab und stapeln diese anschließend auf Paletten“, erklärt Reinhard Birnkammer, Leiter SCM Polymer. „Die Paletten sind jedoch unterschiedlich hoch, denn das Volumen hängt von der Schüttdichte des jeweiligen Produkts ab“, sagt er. Bisher hatte das Unternehmen eine Schrumpfhaubenanlage im Einsatz. Doch diese ist in die Jahre gekommen und konnte den Qualitätsansprüchen nicht mehr genügen. „Nicht nur, dass ein Folienwechsel auf der Anlage etwa 20 Minuten dauerte. Auch in der Wahl der Folien waren wir wenig flexibel“, erinnert sich Birnkammer. Und an die Stabilität der palettierten Stapel werden immer höhere Anforderungen gestellt. Zudem sind die Papiersäcke mit Ventilen ausgestattet, die öfter Löcher in die Folien gerissen haben.

Stretchen statt schrumpfen

„Um die palettierten Stapel effizienter verpacken zu können, stand für uns fest, dass wir eine neue Verpackungsanlage brauchen“, sagt Birnkammer. „Der erste Weg führte uns zu BEUMER – schließlich ist die BEUMER stretch hood®-Technologie bereits an mehreren Vinnolit-Standorten erfolgreich im Einsatz. Schnell war klar, dass der BEUMER stretch hood® S für diese Anwendung die passende Lösung ist.“

Das Maschinenkonzept dieser Hochleistungs-Verpackungsanlage ist variabel und lässt sich an die jeweilige Projektsituation und Aufgabenstellung individuell anpassen. „Uns überzeugte, dass die Maschinensteuerung zum Beispiel unterschiedliche Stapelhöhen automatisch erfasst. Außerdem sind wir in der Wahl der Folien sehr flexibel, und die eingesetzten PE-Stretchhaubenfolien haben eine hohe Reiß- und Durchstoßfestigkeit“, freut sich Birnkammer. Die erforderlichen Dehnwerte und die biaxial wirkenden Spannkräfte sind auf jedes Produkt und auf jede Einsatzbedingung optimal abgestimmt.

Der Leiter SCM Polymer und einige seiner Mitarbeiter machten zuvor einen Besuch im BEUMER Technikum in Beckum. „Wir haben dort mehrere Testläufe mit der Anlage durchgeführt und dabei verschiedene Folien verwendet, um die Ladungssicherung bei unterschiedlich hohen Palettenstapeln zu testen.“ Aufgrund dieser Versuche konnte die Anlage in Gendorf in wenigen Tagen in Betrieb genommen werden – statt in mehreren Wochen. „Wir konnten sie problemlos gegen die alte Anlage tauschen und in die bestehende Fördertechnik einbauen“, sagt Birnkammer.

Effizient verpackt

In der Verpackungslinie wird das PVC-Pulver zuerst aus dem Silo in einen Vorbunker gefördert und von dort in die Absackanlage dosiert. In der Absackanlage wird es dann vollautomatisch in Papiersäcke gefüllt, und diese werden anschließend verschweißt. Auf einer Fördertechnik gelangen die Säcke zu einer Wägeeinrichtung, um den Füllungsgrad über das Gewicht zu prüfen. Rollenbahnen transportieren die Säcke auf ein Förderband mit Sackglätteinrichtung, das sie über den Palettierer zur Stapelpresse führt. „Hier pressen wir die Luft aus den Säcken“, deutet Birnkammer auf die Station. „Diese bekommen somit ihre flache Form, und der fertige Stapel ist später wesentlich stabiler."

Der komplette Stapel wird nun automatisch auf Rollenbahnen zur nachgelagerten Verpackungsanlage BEUMER stretch hood® transportiert. „Mit ihrem niedrigen Energieverbrauch, dem geringen Druckluftbedarf sowie der Möglichkeit, recyclebare Verpackungsfolie zu verarbeiten, stellt unsere neue Anlage eine kostengünstige und umweltschonende Variante der Palettenverpackung dar“, erklärt Birnkammer. Außerdem sei keine aufwendige, energie- und kostenintensive Hydraulik nötig, wie dies bei vergleichbaren Verpackungsmaschinen der Fall ist.

Während er das sagt, spannt der BEUMER stretch hood® eine Stretchfolienhaube über die volle Palette. „Ein Kamerasystem misst die Höhe der Ladeeinheit vorher genau ab“, erklärt Birnkammer. „Die Folienhaube kann so in der für die Stapelhöhe erforderlichen Länge abgeschweißt und von der Folienrolle getrennt werden.“ Bis zu 2.200 Millimeter hoch kann der Stapel sein. Nach dem Abschweißen und Ablängen wird die Folienhaube horizontal ausgereckt. Den Reckgrad bestimmen Stapelabmessungen, Folienelastizität und Folienabmessung und letztlich die Anforderung an die Stabilität des Stapels. Die motorisch angetriebenen Rollen, die zunächst zum Reffen benötigt werden, bewegen sich in die Position für die Übergabe der Folie. Während dieser Bewegung kontrollieren sie die Folie.

Die Folienhaube wird über die komplette Palettenladung bis zu einem Punkt unter der Palette gezogen, wo im Zusammenspiel von Rollen und Reffbügeln die Folie freigegeben wird, um den Unterstretch zu bilden. „Dieser Unterstretch sichert die Ladung auf der Palette in vertikaler Richtung“, sagt Birnkammer. Aufgrund der hochflexiblen Eigenschaften der Folie kann diese über die gesamte Palettenladung gezogen werden und sich dann für den Unterstretch wieder zusammenziehen. Das ermöglicht eine bessere Verbindung. „Mit dieser Anlage bieten wir somit eine wesentlich höhere Ladungssicherung“, betont er. „Denn instabile Ladungen können leicht kippen.“ Der palettierte Sackstapel ist damit von fünf Seiten vor Nässe, Staub und Schmutz geschützt. Die glatte und lochfreie Oberfläche der Folie ermöglicht zudem eine klare Sicht auf die verpackte Ware. Stapler holen die verpackten Sackstapel anschließend ab und lagern sie im Blocklager ein.

Vorteile der Stretchhaube

Das Stretchhaubenverfahren hat im Vergleich zum Schrumpfhaubenverfahren weitere Vorteile, hat Birnkammer in Beckum erfahren. „Neben der erhöhten Ladungssicherung und der flexibleren Handhabung wird zum Beispiel mehr als 30 Prozent weniger Folie verbraucht. Außerdem können wir mit der Anlage unsere Wartungskosten um 40 Prozent senken.“

„Die Zusammenarbeit mit BEUMER lief von Anfang an sehr gut“, resümiert er. Außerdem wurden die Ziele in puncto Ladungssicherung voll erfüllt. Das Unternehmen erhielt dadurch auch das wichtige Zertifikat für Ladungssicherung von der Dekra, der größten Prüfgesellschaft in Deutschland. Dabei wird zum Beispiel der palettierte Stapel um 27 Grad gekippt – dabei ist nichts verrutscht.